Seelische Gesundheit leben

 

Die KölnBonner Woche für Seelische Gesundheit geht rund um den Internationalen Tag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober in ihre vierte Auflage. Unter der Schirmherrschaft der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker laden verschiedene Akteure aus der Region Köln/Bonn vom 6. bis zum 15. Oktober zu über 140 Veranstaltungen ein. Die Angebote reichen von Vorträgen, Workshops und Tagen der offenen Tür über Ausstellungen und Theaterstücke bis hin zu Filmen und Lesungen (siehe Rubrik Veranstaltungskalender).

Der Veranstaltungskalender ist als Printkalender erhältlich und liegt in der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion KölnBonn zur Abholung bereit: Im Mediapark 4d, (Erdgeschoss 2), 50670 Köln. Die digitale Version des Printkalenders kann ab sofort im Download-Bereich heruntergeladen werden!

Wir wünschen Ihnen und uns viele spannende und interessante Veranstaltungen rund um das Thema seelische Gesundheit!

Jedermann ist herzlich eingeladen!

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Nachbericht zur Auftaktveranstaltung am 6. Oktober 2017

Elfi Scho-Antwerpes
Podiumsdiskussion (v.l.n.r.: Johannes Döbbelt, Kristina Wilms, Dr. Max Wunderlich, Dr. Elisabeth Rohrbach, Willibert Pauels)
Der Glückschor unter der Leitung von Max Weise

Am 6. Oktober 2017 fand um 18:00 Uhr die Auftaktveranstaltung der 4. KölnBonner Woche für Seelische Gesundheit im FORUM Volkshochschule im Museum am Neumarkt in Köln statt. Neben einer Podiumsdiskussion zum Thema „Seelische Gesundheit und Digitalisierung – ein Widerspruch?“ erwartete die Besucher ein kabarettistisches und musikalisches Rahmenprogramm. Im Anschluss bestand die Möglichkeit, sich bei einer Buchausstellung und kleinem Imbiss mit den anwesenden Experten auszutauschen.

Nach einer kurzen Einführung des Moderators, Johannes Döbbelt, eröffnete Elfi Scho-Antwerpes als Bürgermeisterin der Stadt Köln die Veranstaltung. In ihrem Grußwort betonte Elfi Scho-Antwerpes neben den steigenden Prävalenz- und Inzidenzzahlen psychischer Erkrankungen, im Besonderen auch die Wichtigkeit der Entstigmatisierung seelischer Erkrankungen. Prof. Dr. Wolfgang Goetzke, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Aktion gemeindenahe Psychiatrie Köln und geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Gesundheitsregion KölnBonn e.V. begrüßte die Anwesenden und ging in seiner Begrüßung unter anderem auf den steigenden Leistungsdruck in der Arbeitswelt ein. Die KölnBonner Woche für Seelische Gesundheit biete daher nicht nur Betroffenen die Möglichkeit eines niedrigschwelligen Einstiegs, sondern fördere im Besonderen die Erhaltung der seelischen Gesundheit.

Es folgte eine Darbietung des Kölner Kabarettisten Willibert Pauels. In seiner Rede erzählte Herr Pauels mit einer außergewöhnlichen Offenheit sowie lockeren und kölschen Redensart die einzelnen Stationen seiner depressiven Erkrankung. Er klärte über Missverständnisse und Vorurteile auf, indem er auf psychische Erkrankungen berühmter Personen aufmerksam machte.

In der nachfolgenden Podiumsdiskussion tauschten sich die Experten, darunter Kristina Wilms - Gründerin und Geschäftsführerin der Arya mHealth UG, Dr. Max Wunderlich – Leiter des Gesundheitsmanagements der Central Krankenversicherung AG, Dr. Elisabeth Rohrbach – ärztliche Leiterin der Tagesklinik Alteburger Straße gGmbH sowie Willibert Pauels über das Thema „Seelische Gesundheit und Digitalisierung – ein Widerspruch“ aus. Kristina Wilms stellte in diesem Rahmen ihre selbst entwickelte App vor. Die 30-Jährige erkrankte vor einigen Jahren an einer schweren Depression und entwickelte während ihrer Behandlung die Idee zur App ARYA. Die App unterstützt Betroffene im Alltag, gibt Hilfestellungen und vereinfacht die Dokumentation von Erlebtem. Daneben erläuterte Dr. Max Wunderlich das seitens der Central Krankenversicherung AG entwickelte Online-Training namens „Mein Online-Coach“. Dieses kann bei leichten bis mittelgradigen Depressionen eingesetzt werden. Das Ziel dieses Trainings besteht darin, die lange Wartezeit auf einen Termin beim Psychotherapeuten zu überbrücken. Dr. Elisabeth Rohrbach kommentierte die Aussagen und Fragen aus Sicht der Ärzteschaft und lieferte den medizinischen und wissenschaftlichen Hintergrund. Insbesondere durch ihre langjährige Erfahrung als Psychiaterin konnte Dr. Elisabeth Rohrbach einige Beispiele aus ihrem Klinikalltag einbringen. Willibert Pauels schilderte ebenso wie Kristina Wilms eindrucksvoll die Perspektive eines Betroffenen und erläuterte aus seiner Sicht, wann und wie Digitalisierung Betroffene unterstützen kann.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion erwartete die Anwesenden einen Auftritt des Glückschors unter der Leitung von Max Weise. Der von Anke Engelke ins Leben gerufene und unter dem Namen „Chor der Muffeligen“ bekannt gewordene Kölner Chor sang gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern der Auftaktveranstaltung und sorgte so abschließend für gute Laune. Wissenschaftlich konnte bereits nachgewiesen werden, dass Singen durch die dabei freiwerdenden Hormone, insbesondere des Glückshormons Oxytocin, glücklich macht.

Im Rahmen der 4. KölnBonner Woche für Seelische Gesundheit fanden vom 6. bis zum 15. Oktober über 150 Einzelveranstaltungen zu Themen wie Burn-out, Stress, Depression, Sucht, Psychose, Zwang oder Angst unter der Schirmherrschaft der Kölner Oberbürgermeisterin, Henriette Reker, im gesamten Raum Köln/Bonn statt.

Die Stiftung Aktion gemeindenahe Psychiatrie Köln, der Gesundheitsregion KölnBonn e.V., die Eckhard-Busch Stiftung sowie die weiteren Initiatoren danken herzlich der Kämpgen Stiftung, der Volkshochschule Köln und allen Einzelveranstaltern für ihre Unterstützung.

Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, hat die Schirmherrschaft für die 4. KölnBonner Woche für Seelische Gesundheit übernommen

Liebe Leserinnen und Leser,

gerne habe ich die Schirmherrschaft über die „4. KölnBonner Woche für Seelische Gesundheit“ übernommen, kann ich damit doch meine Wertschätzung für dieses hervorragende Informationsangebot zum Ausdruck bringen.

Die seelische Gesundheit zu erhalten ist ein wichtiges Ziel, insbesondere wenn man bedenkt, dass nach Schätzungen in Deutschland fast 30 Prozent einmal im Leben eine psychische Störung durchleben. Die Krankenkassen melden, dass psychische Beeinträchtigungen mit die häufigsten Ursachen für eine Arbeitsunfähigkeit sind. Das macht die Notwendigkeit mehr als deutlich, dieses Thema immer wieder in die Öffentlichkeit zu bringen und die Betroffenen in ihrer Not nicht allein zu lassen. Schließlich kann jede und jeder von uns persönlich oder als Angehöriger betroffen werden.

Mit der – jetzt schon zum 4. Mal stattfindenden – KölnBonner Woche für Seelische Gesundheit wurde in Köln ein guter Weg gefunden, über Prävention und gezielte Hilfestellung zu berichten und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger anzusprechen.

Der Veranstaltungskalender zeigt, wie vielschichtig das Angebot ist, dass sich mit dem Erhalt der seelischen Gesundheit beschäftigt sowie Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen aufzeigt.

Auch in diesem Jahr gestalten die zahlreichen Mitglieder der psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Köln das Programm der Veranstaltungsreihe. Ihnen gilt mein Dank wie auch dem Verein Gesundheitsregion KölnBonn e.V., der Tagesklinik Alteburger Straße gGmbH und der Eckhard Busch Stiftung mit ihren vielen Kooperationspartnern, zu denen auch das Gesundheitsamt der Stadt Köln gehört. Sie alle sorgen dafür, dass die seelische Gesundheit im Fokus der Öffentlichkeit bleibt.

Allen Besucherinnen und Besuchern der einzelnen Veranstaltungen wünsche ich viele gute Anregungen und neue Erkenntnisse.

Henriette Reker

Oberbürgermeisterin der Stadt Köln

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